Warum Sexualität in Partnerschaft aufhört

Am Anfang ist alles leicht, man ist verliebt, es fließt und es wird regelmäßig wie im siebten Himmel gevögelt.
Und was passiert dann?

Sexualität in Partnerschaft wird im Laufe der Zeit fast wie nach einem Prinzip weniger und weniger bis sporadisch und kann sich wandeln hin zu eher lustlos, auch irgendwie krampfhaft oder mehr oder weniger unter Druck. Sexualität in Partnerschaft findet des öfteren auch einfach gar nicht mehr statt.

Eine sexuelle Problematik in Partnerschaft ist grundsätzlich in sensibler Achtsamkeit, individuell und vielschichtig zu betrachten und doch möchte ich mit diesem Artikel eine Art von Blickwinkel als Anregung darauf mit Dir teilen.

Im siebten Himmel

„Im siebten Himmel“ ist der Verstand in der Regel wie ausgeschaltet oder auf „Alles ist so schön!“ geschaltet. Es gibt keine Gedanken des Mangels, der Kritik oder der Ablehnung, es findet keine negative Anhaftung an den Verstand statt, somit ist der Körper frei!
Man findet sich gegenseitig toll und anziehend, der Verstand ist leicht und der sexuelle Körper darf fließen, Lust und Freude haben Platz, Sexualität in Partnerschaft wird gelebt und man darf sich sozusagen ineinander und miteinander vermengen. Alles ist gut.

Doch „oho“, da schleichen sich im Laufe der Zeit die grauen Wolken ein.

Es fallen einem Fehler, Macken, Unzulänglichkeiten bei dem anderen auf. Obwohl wir doch gedacht haben, bei ihm/ihr wird das so nicht mehr passieren.

Und dann nimmt das Drama seinen Lauf.

Dem anderen wird auf die eine oder andere Art gesagt, dass wenn er anders wäre, dann wäre alles gut und es würde auch mit dem Sex wieder besser klappen. Oder es wird auch nur gedacht, wenn sie so oder so wäre, dann hätte man mehr Spaß und es wäre alles viel einfacher.

Warum kann er das nicht? Warum ist sie denn nur so? Es ist doch eigentlich alles gar nicht so schwierig. Ich sage ihm ja, was er zu tun hat, damit ich… Ich habe viele Bilder im Kopf, wie sie sein sollte, damit ich …

Der Verstand kann die Lust aufeinander ersticken.

Wir haben alle gelernt, dass man miteinander reden soll. Das wird dann auch in der Partnerschaft so gemacht. Man redet und redet und es wird versucht, die nicht funktionierende Sexualität in Partnerschaft über dieses Reden zu verändern.

Einbahnstrasse.

Um es einmal so auszudrücken, man sagt sich gegenseitig, was der andere falsch macht, was er nicht kann, was nicht gut ist, usw. Auch wenn die Sprache sich vielleicht sachlich anhört oder es vom Ton nicht laut wird, der Inhalt bleibt der Gleiche: Du bist schuld und ich werde weiter auf meine Art und Weise Druck ausüben, den Kampf mit Dir führen, damit Du Dich änderst.

Bäng! Absturz aus dem siebten Himmel.Sexualität in Partnerschaft

Der Aufprall tut weh. Das ist dann trocken gesagt meist ein schleichender Anfang einer Form vom „Kampf der Geschlechter in Sexualität in Partnerschaft“.

Kampf in Partnerschaft äußert sich auf unterschiedliche Art und Weise, es gibt ihn leise, nach innen und auch laut, nach außen. Ich lasse nur ein paar Stichworte dazu fallen: streiten, sich gegenseitig verbal verletzen, Recht haben wollen, Machtspiele, Druck ausüben, den anderen bewusst anschweigen, sich verschließen, unehrlich sein, etwas vorspielen, was nicht ist, betrügen, sich misstrauen, usw.

Ich lade hier an dieser Stelle ein, sich einmal offen zu erlauben, eine nicht, kaum, lustlose oder krampfhaft stattfindende Sexualität in Partnerschaft, die eigentlich auf Liebe basiert, als eine Art Kampf zu sehen.

Und sich selbst zu fragen, mit wem oder was kämpfe ich eigentlich?

 

Ein fundamentaler Tipp für Sexualität in Partnerschaft

Wenn etwas aus den eigenen Augen heraus nicht gut oder richtig läuft, ist jeder von uns mehr oder weniger stark konditioniert, den Grund dafür im außen oder beim anderen zu suchen.

Wir suchen unser Glück, Erfüllung und Liebe und noch viel mehr im außen. Das außen oder der andere ist aus unserer Konditionierung heraus für uns und unsere Situation verantwortlich. Der Partner wird also dafür verantwortlich gemacht, dass keine gute, erfüllte, saftige und lebendige Sexualität in Partnerschaft mehr stattfindet.

„Ich weiß, dass es auch etwas mit mir, meiner Geschichte und meinen Erfahrungen zu tun hat, aber wenn er/sie anders wäre, hätten wir ja Sex, oder?!“

Selbstverantwortung übernehmen

Wenn ich mich in einem Kampf mit meinem Partner befinde, ist der allererste Schritt den Finger weg von ihm/ihr hin auf mich selbst zu richten. Anzuhalten und die Aufmerksamkeit auf mich selbst zu richten. Und zwar nicht nur für einen kurzen Moment, sondern dies als dauerhafte Maßnahme in einem Kampf anzuwenden. Das fordert Ehrlichkeit, Achtsamkeit, Liebe und Aufmerksamkeit und zwar fundamental.

Du kannst Dich selbst in Partnerschaft täglich prüfen, ob Du dieses Wissen anwendest und umsetzt. Diese ehrliche, reflektierende dauerhafte Überprüfung des eigenen Handelns ist für fast jeden immer wieder eine echte Herausforderung.

Die Nase des anderen kann ich leichter anfassen als meine eigene 😉

Folgende Fragen helfen Dir, um Deine Sexualität (in Partnerschaft) ehrlich zu betrachten und zu reflektieren. Das sind einfache und doch fundamentale Fragen, die sozusagen „an der Wurzel“ anfangen.

  • Bin ich eigentlich wirklich im Frieden mit mir, meinem Körper und meiner Sexualität?
  • Liebe ich mich selbst bedingungslos, wertschätzend, anerkennend und würdevoll?
  • Schenke ich mir selbst als sexuelles Wesen Liebe oder erwarte ich heimlich, dass der andere das für mich übernimmt?
  • Warte ich darauf geliebt zu werden?
  • (Er)warte ich unterversorgt, endlich wieder guten Sex zu bekommen?
  • Bin ich aus meinem ursprünglichen Wesen als Frau oder Mann meinem Partner gegenüber sexuell großzügig?
  • Bin ich in der Lage, mich sexuell in Liebe zu verschenken?

Aus dem siebten Himmel zu fallen, heißt aufgeweckt zu werden.

Dein Partner oder Deine Partnerin wird Dich über kurz oder lang daran erinnern, wo Du mit Dir und Deiner Sexualität (und natürlich auch anderen Themen) stehst.

Du bist nicht dafür verantwortlich, Deinem Partner oder Partnerin zu sagen, was sie lernen oder anders machen soll, Du bist auch nicht dazu verdammt, still zu leiden, zu ertragen, o.ä., sondern Du bist aufgefordert, Selbstverantwortung für Dich und Deine Situation in Eurer Sexualität in Partnerschaft zu übernehmen.

Weg vom „Du bist…“ hin zum „Ich bin…“, um zum „Wir“ Heilsames und Gewinnbringendes beitragen zu können, damit der Sex wieder fließen darf, erfüllt, lebendig und voller Freude ist, sowohl mit Dir selbst als auch in Deiner Partnerschaft.

couple-731890_640Kein Sex in der Partnerschaft zu haben ist eine Art „wake-up-call“, nutze den harten Fall aus dem Himmel weise!

 

 

 

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